Mittwoch, 28. März 2018

Wenn die Demo bei Facebook weitergeht - Wie mobilisert PEGIDA bei Facebook?

Dies ist ein Gastbeitrag des Journalisten und Sprechers Christopher Gaube. Der Gastbeitrag basiert auf seiner Masterarbeit über die politische Aktivierung in sozialen Netzwerken am Beispiel der PEGIDA-Bewegung.

Fake-News im Netz oder Trolle, die im Social Web Stimmung machen – die Möglichkeiten des Internets zur Meinungsbildung (oder Meinungsmanipulation) sind vielfältig. Immerhin wird solchen Methoden zugetraut, erheblichen Einfluss auf die politische Stimmung zu besitzen. Wie hoch der Einfluss sozialer Medien tatsächlich ist und ob politische Aktivierung bei Facebook gelingen kann, lässt sich am Beispiel der PEGIDA-Bewegung nachvollziehen. Die Aktivitäten der einst erfolgreichen Bürgerbewegung wurden umfangreich dokumentiert und Organisatoren, Anhänger sowie Gegner haben bei Facebook eine Fülle an Beiträgen, Likes und Kommentaren hinterlassen. Diese geben einen einzigartigen Einblick in die Kommunikation der Gruppe und Aufschluss über die politischen Möglichkeiten sozialer Netzwerke.

Ein kurzer Rückblick: als sich PEGIDA im Oktober 2014 konstituierte, brachte es die Bürgerbewegung innerhalb kürzester Zeit zu vielen Anhängern und großer Aufmerksamkeit. Bereits am 12.01.2015 gingen für die Bewegung 25.000 Demonstranten auf die Dresdner Straßen. Gleichzeitig explodierten auch die Aktivitäten auf der Facebook-Seite der PEGIDA-Bewegung. Insgesamt 130 Beiträge wurden im Januar 2015 auf der offiziellen Facebook-Seite veröffentlicht. Diese bekamen 441.000 Likes (damals waren nur Likes möglich) und 172.000 Kommentare. Wegen interner Streitigkeiten der PEGIDA-Gründer gingen Teilnehmerzahlen und Facebook-Aktivitäten zunächst deutlich zurück. Die Flüchtlingsbewegung gab PEGIDA im Herbst 2015 allerdings neuen Auftrieb.

Die Facebook-Daten aus dieser Zeit lassen sich zu verschiedenen Kenngrößen aggregieren, wie etwa der Summe aller Nutzerinteraktionen innerhalb einer Woche. Neben diesen Werten gibt es eine entscheidende zweite Datenreihe: die Teilnehmerzahlen der Demonstrationen. Beim Vergleich dieser Datenreihen lässt sich herausfinden, ob ein statistischer Zusammenhang zwischen Facebook-Aktivitäten und Teilnehmerzahlen besteht. Soweit in aller Kürze die grundlegende Methodik der Untersuchung, viel interessanter sind jedoch die Ergebnisse.

Ich demonstriere, also kommentiere ich


Tatsächlich kann man davon ausgehen, dass sich die Facebook-Aktivitäten und die Teilnehmerzahlen gegenseitig beeinflussen. Gab es in einer Woche besonders viele Kommentare und Likes, war auch die Teilnehmerzahl der folgenden Demonstration hoch. War (relative) Flaute bei Facebook, war auch Flaute bei der PEGIDA-Demo. Der Korrelationskoeffizient beim Vergleich der gesamten Wochenaktivität bei Facebook und der Teilnehmerzahl liegt bei 0,70 – für Sozialwissenschaften ein starker Zusammenhang. Deutlicher wird das Phänomen, wenn man nur die Kommentare einer Woche mit den Teilnehmerzahlen der kommenden Demonstration vergleicht. Hier steigt der Korrelationskoeffizient auf 0,83.


Abbildung 1: Vergleich der Kommentare/Woche und der Teilnehmerzahl der PEGIDA-Demonstrationen,
Skalierung angepasst

Die Daten geben auch Aufschluss über die Aktivitätsrate der Fans. Mit anderen Worten: wie viele Nutzer wurden überhaupt aktiv? Die Kommentierungen sind in diesem Zusammenhang besonders interessant, da sie im Vergleich zu den anderen Aktionsmöglichkeiten den größten Zeitaufwand vom Nutzer verlangen. Bei dieser Häufigkeitsverteilung zeigt sich, dass die meisten Nutzer auf der PEGIDA-Seite lediglich einen Kommentar verfasst haben, was soweit keine Überraschung ist. Allerdings gibt es eine große Zahl an Nutzern, die 50 Kommentare und auch weit mehr im Monat schrieben. Der Nutzer mit den meisten Kommentaren im Januar 2015 brachte es auf 1.565 Beiträge. Stichproben zeigen, dass die Kommentare nicht von einem Bot generiert wurden, da sie sich inhaltlich auf die Beiträge beziehen. Glaubt man dem Internetforscher Clay Shirky, verzerren solche Ausreißer nicht die statistische Wirklichkeit, sie tragen vielmehr dazu bei, soziale Systeme anzutreiben. So würden von der Wikipedia eine Vielzahl von Menschen profitieren, nur wenige der Nutzer tragen aber zum Aufbau und zur Aktualisierung bei.

Infografik

Abbildung 2: Häufigkeitsverteilung der Kommentare je aktivem Nutzer für PEGIDA (Januar und September 2015)
sowie anderer politischer Facebook-Seiten (logarithmisch skaliert)

Im Vergleich mit den Facebook-Seiten von CDU, SPD und der Gegeninitiative NoPegida fallen in Bezug auf die Seite von PEGIDA verschiedene Besonderheiten auf. Zum einen scheint eine wesentlich breitere Menge der PEGIDA-Fans bereit zu sein, Beiträge zu kommentieren. Zum anderen neigen diese Nutzer dazu, eine wesentlich größere Zahl an Kommentaren zu verfassen. Dieses Verhalten mag maßgeblich mit dem Charakter der PEGIDA-Bewegung als ad-hoc-Bewegung oder auch mit der emotionalen Aufladung der Inhalte zusammenhängen.

Am ersten Tag schuf PEGIDA die Bindung, am zweiten den politischen Gegner


Dachten Sie bis heute, dass PEGIDA von Anfang an gegen Merkel und Co. Stimmung machten? Dass die PEGIDA-Macher eine eindeutige Sprache nutzten um den politischen Feind mit allem negativen in Verbindung zu bringen beziehungsweise zu framen? Dem war nicht so. Vielmehr verwendete die Bewegung erst mit der gestiegenen Zuwanderung an Flüchtlingen im Herbst 2015 bestimmte Schlüsselworte häufiger. So steigt die Verwendung der Begriffe Politik, Europa/EU und Flüchtling erst Monate nach der Gründung von PEGIDA, der Name (Angela) Merkel findet erst ab September 2015 häufigeren Gebrauch.

Infografik

Abbildung 3: Vergleich der Teilnehmerzahlen der PEGIDA-Demonstrationen und
Nennungshäufigkeit der meistgenutzten Worte, Skalierung angepasst

Anders ist das bei selbstreferenziellen Begriffen und Hashtags, wie #dresdenzeigtwiesgeht oder #montagistpegidatag. Die Verwendung und Palette solcher Schlagworte steigt zwar ebenfalls im Laufe der Zeit an, wurde aber bereits seit der Gründung von PEGIDA stärker eingesetzt.

Von der Straße ins Netz und zurück


Das Resümee: wer einst pegida.de im Internet aufrief, wurde direkt zur Facebook-Präsenz der Bewegung weitergeleitet. Die Macher forcierten von Beginn an eine ausgeprägte Kommunikation in diesem sozialen Netzwerk. Dort erreichte man eine große Menge an Sympathisanten. Der Facebook-Auftritt selbst erfüllte verschiedene Zwecke. So konnte PEGIDA Inhalte gezielt in der digitalen Wirklichkeit ihrer Fans platzieren (Filterblaseneffekt). Außerdem wurde der abstrakte Charakter einer Bürgerbewegung in einer interaktiven und ständig verfügbaren Plattform aufgelöst, an der jeder Sympathisant partizipieren und Teil werden konnte. Das Identifikationsgefühl der PEGIDA-Gruppierung wurde somit nicht nur während der Demonstrationen gebildet, sondern konnte darüber hinaus bei Facebook gestärkt oder angeregt werden. Diese gegenseitige Abhängigkeit – von Demonstration und Facebook-Aktivitäten – wurde statistisch nachgewiesen. Es ist davon auszugehen, dass die Menschen, die sich an einer Demonstration beteiligt haben, bei Facebook eine Verlängerung ihres Engagements und Gemeinschaftsgefühls fanden. Im Umkehrschluss haben die Facebook-Aktivitäten die Bereitschaft zur neuerlichen Demonstrations-Teilnahme aufrechterhalten.

Die politische Aktivierung in sozialen Netzwerken ist folglich möglich. Besonders ausgeprägt scheint dieser Effekt zu wirken, wenn eine persönliche Identifikation der Fans mit dem politischen Akteur, in diesem Falle der Bürgerbewegung, erfolgt. Dieses Zugehörigkeitsgefühl kann on- und offline sowie im Wechselspiel gebildet werden.



Autor

Christopher Gaube (Foto: Elena Heymann)
Christopher Gaube ist freier Journalist und arbeitet unter anderem für das Nachrichtenradio des Mitteldeutschen Rundfunk. Im vergangenen Jahr schrieb er seine Masterarbeit über die Wirkung sozialer Netzwerke für politische Akteure am Beispiel der PEGIDA-Bewegung. Warum? Weil politische Sprache und gesellschaftliche Kommunikation heute von großer Bedeutung sind – und kritisch hinterfragt werden müssen.

Montag, 30. Oktober 2017

Die Kampagne ist nicht vorbei

Dies ist ein Gastbeitrag von Daniel Mack, Berater für Public Affairs und Kommunikation bei 365 Sherpas Corporate Affairs & Policy Advice in Berlin. Der Beitrag ist dem Buch "Wahlanalyse 2017 – Strategie. Kampagne. Bedeutung.“ (Herausgeber: Jan Böttger, Prof. Mario Voigt, Ralf Güldenzopf) entnommen, dass die Bundestagswahl und den Wahlkampf 2017 in 23 Artikeln umfassend analysiert. Mehr Informationen zum Buch & download unter https://www.wahlanalyse2017.de.


Die starke Machtverschiebung in der Medienlandschaft von klassischen Medien hin zu Social Media macht es Populisten noch einfacher, ihre schnell geschaffenen Communitys zu aktivieren, um erfolgreich zu sein. Trump und Brexit haben das gezeigt, die vergangene Bundestagswahl ebenfalls. Vor allem in Ostdeutschland.

Jan Böttger, Mario Voigt, Ralf Güldenzopf
www.wahlanalyse2017.de
Nach den erwähnten Ereignissen in 2016 konnten es sich die etablierten Parteien 2017 nicht mehr leisten, einen Wahlkampf mit konservativen Methoden zu führen. Politikerinnen und Politiker haben in den vergangenen Wochen Zeit und Geld in ihre digitalen Kanäle investiert. Parteien haben kurzfristig Personal eingestellt, um Zitate des Spitzenpersonals auf farbige Hintergründe zu setzen und möglichst schnell in Social-Media-Kanäle zu posten. Vom TV-Duell bis zur Kandidatenbefragung in Dritten Programmen wurden sämtliche Auftritte live begleitet. Erfolgreich war das höchstens in der Parteibubble, aktiviert haben diese Posts wohl nicht mal die Kernanhängerschaft und mit digitaler Strategie hat das wenig zu tun. Der Zeitraum war zu kurz, der Stil nicht echt, die Kommunikation zu glatt. Die Politik der Etablierten wirkte im Netz so unnahbar wie eh und je.

Es gibt keine wahlkampffreien Zeiten 


Und just am Tag nach der Wahl ist die Kampagne vorbei. Danke-Plakate in Großstädten, Danke-Posts im Netz. Ein Fehler. Die moderne Kampagne hätte jetzt den Übergang in die nächste Phase gestartet. Denn wahlkampffreie Zeiten gibt es in der digitalisierten Gesellschaft nicht mehr.

Menschen haben Fragen und die Politik eine Pflicht zu antworten. Einmischung ist dabei keineswegs eine Bedrohung und auch nicht immer Ausdruck einer Dagegen-Haltung, sondern sollte als Bereicherung verstanden werden. Pure Präsenz und in regelmäßigen Abständen vom Team Beiträge veröffentlichen zu lassen, reichen dabei aber nicht aus. Die alten Wege der Einbahnstraßen-Kommunikation funktionieren im Netz nicht.

Christian Lindner hat verstanden 


Livevideo Christian Lindner (FDP)
Wer bei der nächsten Wahl in vier Jahren erfolgreich sein will, sollte sich an einem orientieren, der in den vergangenen Jahren ganz bewusst einen anderen Weg gegangen ist und damit 2017 gewonnen hat. Im Mai in Nordrhein-Westfalen und am 24. September im Bund. Über 2.500 Zuschauer gleichzeitig hatte FDP-Vorsitzender Christian Lindner zuletzt bei seinen Facebook-Live-Sessions. Weit mehr als vor Ort in Liberalen-Hochburgen wie Düsseldorf. Lindners größte „Kundgebungen" in diesem Wahlkampf fanden online statt. Sein Ansatz, die Dialoge auf Facebook anzukündigen, Fragen live und ungeschnitten zu beantworten, ist so einfach wie richtig. Lindner ist erfolgreich, weil er diese Dialoge regelmäßig anbietet, andere Formate ähnlich locker produziert, Fragen spontan aufgreift und seinen Dialog komplett ungeskriptet durchführt. Richtig genutzt ist Social Media ein fortlaufender Austausch vor Publikum im Netz. Mit anderen Politikern, mit Journalisten, mit Lobbygruppen, mit Bürgerinnen und Bürgern. Das ist echt und schafft Nähe. Solche ernst gemeinten Dialoge, die nicht einseitig, sondern mit der Bevölkerung geführt werden, sind ein Weg, um deutlich zu machen, dass es zur offenen Gesellschaft keine Alternative gibt, dass Hass keine Probleme löst.

Menschen begegnen, wo sie unterwegs sind 


Dieser offene Dialog mit interessierten Bürgern und der digitale Austausch mit Stakeholdern muss intensiviert werden. Parteien sind gerade nach dem Ergebnis der Bundestagswahl gut beraten, weiter in institutionalisiertes Web-Monitoring zu investieren, um früh Themen und Interessen wahrzunehmen, zu analysieren und schnell, aber klug mit Maßnahmen und Aktionen reagieren zu können. Moderne Kommunikation kann auf Big Data nicht verzichten. Die Politik muss sich die Mühe machen, herauszufinden, welche Probleme enttäuschte Menschen wirklich bewegen und ihnen dort begegnen, wo sie unterwegs sind. In der digitalen Fußgängerzone Facebook ebenso wie in Innenstädten. Warum stellt sich der Minister nicht auch während der Legislaturperiode in „ask me anything“ Formaten auf Marktplätzen den Fragen der Bevölkerung? Wieso hält Angela Merkel eine bedeutende Rede zur Zukunft Europas nicht ganz bewusst vor Ort umringt von Menschen? Warum erklären Parteien Gesetzesvorlagen nicht an Infoständen im direkten Austausch mit den Menschen?

Die Hoffnung eines neuen Politikstils realisieren 


Mehr denn je brauchen wir heute Dialoge zwischen der Bevölkerung und der Politik. Dazu braucht es Nähe und die Offenheit für neue Wege und alternative Kommunikationsformen, um die Bürgerinnen und Bürger anzuhören und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen und mit ihnen zu kommunizieren. Es gibt keinen besseren Weg, Akzeptanz und Vertrauen für das demokratische System und die getroffenen Entscheidungen zu schaffen, als die Betroffenen selbst einzubeziehen und Transparenz zu schaffen. Der digitale Dialog ist eine große Bereicherung für unsere demokratische Kultur.

Eine mögliche Jamaika-Koalition könnte sich genau das zur Aufgabe machen. Einen Koalitionsvertrag im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern und im engen Austausch mit Interessengruppen umsetzen. Viele Menschen hoffen auf einen neuen Politikstil, Dialog auch während der Legislaturperiode, neue Formen der Beteiligung und ein Ende des Regierens von oben herab.


Autor 

Berater für Public Affairs und Kommunikation
Daniel Mack ist Berater für Public Affairs und Kommunikation bei 365 Sherpas Corporate Affairs & Policy Advice in Berlin und früherer hessischer Landtagsabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen. Er berät Marken, Persönlichkeiten, Organisationen und Politik bei Strategien für digitale Kommunikation und veröffentlicht als Autor Beiträge bei diversen Medien.








Mittwoch, 26. Juli 2017

Wahlplakate from Hell #btw17: Edition Bundestagswahl 2017

Der Klassiker ist zurück! 

Nachdem ich bereits bei den letzten Landtagswahlen im Saarland, Schleswig-Holstein und NRW, im letzten Europawahlkampf, bei der Hamburger und der Bremer Bürgerschaftswahl und bei den drei Landtagswahlen im März und im September 2016 die schönsten "Wahlplakate from Hell" präsentiert habe, konnte ich eurem Wunsch nicht widerstehen und habe auch wieder zur Bundestagswahl 2017
(24. September 2017) einige schöne Motive drüben bei Twitter und Facebook zusammengetragen.

Sollte ich weitere sehenswerte Exemplare übersehen habe, freue ich mich immer über sachdienliche Hinweise unter martin.fuchs@hamburger-wahlbeobachter.de, die Kommentarspalte sowie Facebook und Twitter. ;)

Diese Sammlung wird fast täglich aktualisiert!

Hier nun alle Plakate auf einen Blick:

 

Kandidatinnen


Markus J. Brey (Die Linke.)
 
Niema Movassat (Die Linke.)
 
Matthias Ilgen (SPD)

Dr. Wolfgang Stefinger
(CSU)

Thomas Utz
(SPD)
 
Sebastian Hartmann
(SPD)

Dagmar Ziegler
(SPD)
 
Ingo Schäfer (SPD)
 
Martin Schulz (SPD)
 
Martin Schulz (SPD) 
 
Martin Schulz  (SPD)
 
Martin Schulz (SPD)

Johannes Kahrs (SPD)


Fritz Felgentreu
(SPD)



Parsa Marvi (SPD)
 
Audrey Hepburn (SPD) 
 
Klaus Mindrup (SPD)
 
Benjamin Grimm (SPD)
 
Kevin Hönicke (SPD)
Alexander Horlamus (SPD)
Christian Reinke (SPD) 
 
Roland Panter (Bündnis 90/Die Grünen)

Oliver Bittmann
(Bündnis 90/Die Grünen)
 
Tobias Bacherle (Bündnis 90/Die Grünen)
 
Patrick Zwiernik (Bündnis 90/Die Grünen)

Omid Nouripour (Bündnis 90/Die Grünen) 
 
Moritz Müller (Bündnis 90/Die Grünen)
Manfred Krönauer (FDP)

Marie-Agnes Strack-Zimmermann
(FDP)
 
Michael Kuffer (CSU)

Marlene Mortler
(CSU)
 
Volker Ullrich (CSU)
 
Julia Obermeier & Bernhard Looos (CSU)
 
Karin Maag (CDU)
 
Norbert Altenkamp
(CDU)
 
Matern von Marschall (CDU)

Christina Schwarzer
(CDU)
 
Nikolas Löbel (CDU)
 
Thomas Jarzombek (CDU)
 
Thomas Heilmann (CDU)

Thomas Heilmann (CDU)
 
Angela Merkel (CDU) & Martin Schulz (SPD)
 
Stefan Rebmann (SPD)

Stefan Rebmann (SPD) & Nikolas Löbel (CDU)
 
Stefan Liebich (Die LINKE.) & Gottfried Ludewig (CDU)
 
Bernd Riexinger
(Die LINKE.)

Lothar Kowelek
(Die LINKE.)
 
Sebastian Merkens (Die LINKE.)
 
Kerstin Kassner (Die LINKE.)
 
Chayenne Hanson (V-Partei³)
 
Ludwig Gebhard (Freie Wähler)

Robert Soyka (Freie Wähler) 

Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler)
 
Martin Marino-Haffner  (Freie Wähler)
 
Sebastian Blume (parteilos)
 
Christian Lindner (FDP)
 
Christian Linder (FDP) & Martin Schulz (SPD)
 
Katrin Helling-Plahr (FDP)

Prof. Dr. Hermann Siebdraht (FDP)

Michael Tropp (parteilos)

 Martin Schmeding (Bündnis 90/Die Grünen)

Bettina Fassl (Tierschutzallianz)

Dagmar Eberhard & Herbert Nussbaum (MLPD)
 
Malte Hirschbach (Die PARTEI)
 
Teresa Klein (ÖDP)

 


Parteien 


Bündnis 90/Die Grünen
(Karlsruhe)
 
Bündnis 90/Die Grünen


Bündnis 90/Die Grünen 

Die PARTEI


Die PARTEI

 
Die PARTEI Hannover

 
Partei für Gesundheitsforschung

 
FDP Ostholstein


FDP

 
Piratenpartei Deutschland

 
Bergpartei
 
CDU Berlin


CDU Rheinisch-Bergischer Kreis


ÖDP



Bayernpartei
 
MLPD



Tierschutz-Allianz 

Menschliche Welt





 



Sonstige


Team Kurz, Österreich



Unbekannt


Unbekannt
Unbekannt 

Christin Thüne (AfD), Oberbürgermeister-Kandidatin

Mushin Senol (Forum Neues Offenbach)


Ralf Leßmeister (CDU)


BVG

ALDI Süd 

Der Tod

 


Wahlanzeigen


Tino Sorge
(CDU)
Alternative für Deutschland
[Update: Bei diesem SharePic vom inoffiziellen AfD-Instagram-Account @afd.de handelt es sich wohl um ein Fake, zu sehen sindFr zwei NPD-Funktionäre, das Bild stammt aus eine Video von Deutsche Stimme TV]


Mittwoch, 19. April 2017

Mit Haustürbesuchen zum Wahlerfolg – Ein Praxisbericht aus der Ludwigshafener Oberbürgermeisterwahl 2017

Dies ist ein Gastbeitrag von Daniela Hohmann (Leiterin des Bereiches Mobilisierung, Analyse und Wahlen) und Daniel Stich (Generalsekretär und Landesgeschäftsführer) von der SPD Rheinland-Pfalz, sowie von Politik- und Kommunikationsberater Johannes Hillje und Guillaume Liegey (CEO von Liegey Muller Pons). Alle vier waren am erfolgreichen Oberbürgermeister-Wahlkampf 2017 in Ludwigshafen aktiv beteiligt. Ein Werkstattbericht! 

Quadratisch weiße Schrift auf rotem Hintergrund
Logo SPD Rheinland-Pfalz
Die wichtigste Innovation im Bundestagswahlkampf 2017 waren nicht etwa die intensivierten Social-Media-Kampagnen der Parteien. Es war ein ganz altmodisches Instrument: Der Haustürwahlkampf, welcher allerdings mit Hilfe digitaler Technologien als datenbasierter Haustürwahlkampf ein Revival erlebte. Auch bei Landtagswahlen und lokalen Wahlen stand dieses Mobilisierungsinstrument im Fokus fast aller großen Parteien. Die Medien berichteten vielfältig über die Wahlkämpfer, die ausgerüstet mit Smartphone-Apps von Tür zu Tür zogen, und stießen mitunter auch die berechtigte Debatte über die Wirksamkeit und den Datenschutz dieser Wahlkampfform an. 
 
Nach Ende des intensiven Wahljahres 2017 ist das Thema schnell wieder aus der öffentlichen Debatte verschwunden und es bleibt weitestgehend offen, ob die Besuche an den Haustüren den Parteien genutzt haben. Wir glauben, dass gerade Volksparteien in Zeiten sich verfestigender Wahlmüdigkeit und erheblichem Zuspruch für den Rechtspopulismus neue Wege gehen müssen, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten und sie zur Stimmabgabe zu bewegen. Inwiefern kann der datengestützte Haustürwahlkampf also ein wirksames Mittel sein, um die eigene Wählerklientel zur Wahlteilnahme zu bewegen? Mit der Darstellung unserer gesammelten Erkenntnisse im Kontext der Ludwigshafener Oberbürgermeisterwahl möchten wir einerseits zeigen, welchen Anteil die Besuche an den Haustüren schon heute im deutschen Wahlkontext haben können. Andererseits wollen wir eine offene und parteiübergreifende Debatte über die Weiterentwicklung des Haustürwahlkampfes anstoßen und die damit verbundenen künftigen Wirkungspotenziale für das Instrument.

 

Rund 15.000 geklopfte Haustüren in strategisch wichtigen Stadtteilen


Kandidatin Jutta Steinruck (SPD)
Die Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen ging in zwei Wahlgängen zugunsten der SPD-Kandidatin Jutta Steinruck aus. Im ersten Wahlgang konnte die Kandidatin, die als Herausforderin ins Rennen ging, bereits 48,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Schon dort lag die Kandidatin der SPD 8,2 Prozentpunkte vor ihrem stärksten Mitbewerber von der CDU. Im zweiten und entscheidenden Wahlgang fiel das Ergebnis noch deutlicher aus: Hier konnte Jutta Steinruck (SPD) – bei einer rückläufigen Wahlbeteiligung um rund 25 Prozentpunkte – 58,1 Prozent der Stimmen der wahlberechtigen Ludwigshafener auf sich vereinen und ging damit als Wahlsiegerin aus der Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen hervor. Davor lag ein intensiver SPD-Wahlkampf, bei dem Haustürbesuche eine Schwerpunktsetzung in der Kampagne darstellten. An den Türen waren sowohl eine Vielzahl ehrenamtlicher Parteimitglieder und Unterstützer der Kampagne als auch die Kandidatin selbst unterwegs, sodass am Wahltag 15.289 geklopfte Haustüren in strategisch wichtigen Stadtteilen auf dem Anzeiger standen.

Rund 6.000 der geklopften Haustüren in allen 14 Stadtteilen entfielen dabei auf den ersten Wahlgang, die restlichen mehr als 9.000 Haustüren wurden im Zuge des zweiten Wahlgangs regelrecht abgeklappert. Leider kann unsere Analyse des Haustürwahlkampfes nur für den ersten Wahlgang erfolgen, denn im entscheidenden zweiten Wahlgang kam es seitens der Verwaltung zu vorher nicht kommunizierten Zusammenlegungen von Stimmbezirken, welche eine systematische Analyse des Haustürwahlkampfes in diesem Wahlgang unmöglich machen.


Die Tür-zu-Tür-App als Navigator und Dokumentationsinstrument


Screenshot
Screenshot aus der App 50+1 von LMP
Vor dem ersten Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen, der zeitgleich mit der Bundestagswahl stattfand wurden in allen 14 Stadtteilen Haustürbesuche durchgeführt. In einem Zeitraum von rund zwei Monaten waren die Ehrenamtlichen in 32 von 102 Urnenwahlstimmbezirken aktiv, klopften dabei an rund 6.000 Haustüren und kamen bei einer Kontaktquote von 34 Prozent mit über 2.000 Bürgern ins Gespräch. Die Wählerkämpfer waren mit der App „50+1“ des Kampagnentechnologie-Unternehmens Liegey Muller Pons (LMP) ausgestattet. Die App führt sie zu den Haustüren, an denen geklopft werden sollte und gab ihnen gleichzeitig die Möglichkeit, Informationen über das Gespräch oder den Gesprächspartner zu sichern. Mittels der potenzialorientierten Datenanalysen von Liegey Muller Pons wurde auf Basis von öffentlich zugänglichem Datenmaterial vergangener Wahlen drei Zielgebiete für den Haustürwahlkampf in Ludwigshafen ermittelt: 
  
1.) SPD-Hochburgen und damit Gebiete, in denen die SPD in vergangenen Wahlen stark abgeschnitten hat, 

2.) SPD-Mobilisierungsgebiete, also Gebiete, in denen die SPD-Ergebnisse bei vergangenen Wahlen rückläufig waren und 

3.) SPD-Überzeugungsgebiete, was Gebiete umfasste, in denen die AfD der SPD in jüngster Zeit die Vormachtstellung streitig gemacht hat. 

In 28 der 32 Stimmbezirke, in denen die SPD vor dem ersten Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl Haustürbesuche durchgeführt hat, ging sie als Gewinner hervor.


In der großen Mehrheit der Stadtteile zahlten sich Haustürbesuche aus


Screenshot vom Handy
Streckenkarte App 50+1
Doch welchen Anteil am SPD-Ergebnis kann den Besuchen an der Haustür im ersten Wahlgang zugeschrieben werden? Hierfür wollen wir die durchschnittlichen SPD-Ergebnisse bei der Urnenwahl (Briefwahlergebnisse werden aus methodischen Gründen nicht berücksichtigt) mit den SPD-Ergebnissen für die Gebiete vergleichen, in denen systematisch Haustürbesuche durchgeführt wurden. Für Ludwigshafen als Ganzes zeigt sich für den ersten Wahlgang bei der Oberbürgermeisterwahl 2017, dass die SPD mit ihrer Kandidatin Jutta Steinruck ein Urnenwahlergebnis von 50,1 Prozent erreichen konnte. Nimmt man nun aber alle Gebiete der Stadt zusammen, in denen Haustürbesuche durchgeführt wurden, kommt ein Urnenwahlergebnis von 50,8 Prozent für die SPD zustande. Mit den Haustürbesuchen lag die SPD also 0,7 Prozentpunkte über ihrem durchschnittlichen Ergebnis. Das ist ein klares Plus, das gerade bei knappen Wahlergebnissen entscheidend sein kann. Vergleicht man die Differenzen der Gebiete, in denen systematische Haustürbesuche durchgeführt wurden mit den Gebieten, in denen keine Besuche an den Haustüren stattfanden, wächst das errechnete Plus sogar auf 2,0 Prozentpunkte an.

Bezogen auf die einzelnen Stadtteile ergeben sich in 9 der 14 Stadtteile Hinweise darauf, dass sich das Durchführen von Haustürbesuchen positiv auf das SPD-Ergebnis bei der Oberbürgermeisterwahl ausgewirkt hat. Die Spanne des erreichten Plus erstreckt sich von 0,3 Prozentpunkten bis hin zu beachtlichen 4,1 Prozentpunkten. Das größte Plus lässt sich in den Stadtteilen Maudach (+4,1), Süd (+3,8), Oppau (+1,8) und Gartenstadt (+1,6) messen. Gerade die Ergebnisse in der Gartenstadt sind als besonders erfreulich hervorzuheben, weil hier in Teilen die AfD in jüngster Vergangenheit besonders stark an Boden gewinnen konnte.




Ø SPD
Ergebnis
SPD Ergebnis mit Tür zu Tür
Mehrwert durch Tür zu Tür
Ludwigshafen gesamt
50,1
50,8
+0,7
Ludwigshafen Maudach
40,7
44,8
+4,1
Ludwigshafen Süd
51,0
54,8
+3,8
Ludwigshafen Oppau
49,0
50,8
+1,8
Ludwigshafen Gartenstadt
45,7
47,3
+1,6
Ludwigshafen Oggersheim
48,9
50,0
+1,1
Ludwigshafen Pfingstweide
55,6
56,3
+0,7
Ludwigshafen Edigheim
50,3
50,8
+0,5
Ludwigshafen Ruchheim
41,4
41,8
+0,4
Ludwigshafen Nord/Hemshof
59,0
59,3
+0,3
Ludwigshafen West
59,5
59,5
0
Ludwigshafen Friesenheim
52,2
52,8
-0,6
Ludwigshafen Mitte
53,4
52,6
-0,8
Ludwigshafen Mundenheim
49,2
48,0
-1,2
Ludwigshafen Rheingönheim
44,8
41,8
-3,0

Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl auf Stadtteilebene (ohne Briefwähler) mit Angabe zu den Tür-zu-Tür-Aktivitäten.

Verschweigen wollen wir aber nicht, dass in vier Stadtteilen keine positive Differenz zwischen dem durchschnittlichen SPD-Ergebnis und dem SPD-Ergebnis mit Haustürbesuchen verzeichnet werden konnten. Das ermittelte Minus ist mit Werten von -0,6 Prozentpunkten bis zu -3,0 Prozentpunkten unterschiedlich groß. Wir haben Anhaltspunkte dafür, dass diese Ergebnisse mit Blick auf den zweiten Wahlgang anders ausgefallen sind, denn gerade in diesen Stadtteilen wurde die Kampagne gezielt intensiviert und die Anzahl der Haustürbesuche erhöht. Ein Nachweis muss an dieser Stelle allerdings ausbleiben. 
 

Ein Instrument voller bisher ungehobener Mobilisierungspotenziale


Die hier präsentierten Ergebnisse lassen uns einerseits annehmen, dass die Haustürbesuche mit den erzielten Mobilisierungserfolgen in Ludwigshafen einhergegangen sind. Andererseits lassen uns die Resultate erahnen, welche Potenziale in den Besuchen mit Blick auf die Zukunft stecken, wenn sie noch umfangreicher und noch professioneller durchgeführt werden.
 
Screenshot
Wahlergebnis-Anzeige in der App 50+1
Dies beinhaltet, erstens, zum Beispiel die Verbesserung der Dokumentation der Besuche an den Haustüren per App. Thematische Interessen, aktuelle Stimmungen und Kontaktdaten von Bürgern sind - sofern sie von den Menschen freiwillig zur Verfügung gestellt werden - wichtige Ressourcen für künftige Wahlkämpfe. Solche Informationen sollten unkompliziert und im Einklang mit dem geltenden Datenschutz aufgenommen werden können. Das erfordert technische Voraussetzungen in der App, aber auch deren sensiblen Umgang mit dem Thema Datenschutz an der Haustür. 
 
Zweitens ermöglicht es die Aufnahme von Kontaktdaten sich auch über den Haustürbesuch hinaus mit dem Bürger zu vernetzen. Hier ist allem voran die Umwandlung eines Kontakts an der Haustür in einen Fan, Follower oder Abonnenten der Social Media- oder für die Email-Kommunikation interessant. So könnten Kandidaten analog im direkten Gespräch überzeugen und dann digital die geknüpfte Bindung festigen.

Drittens, wird das Potenzial von Haustürbesuchen aus unserer Sicht verkürzt betrachtet, wenn dabei lediglich die Wählermobilisierung in den Blick genommen wird. Auch für die Mobilisierung nach innen sind Haustürbesuche wertvoll – das hat der Haustürwahlkampf in Ludwigshafen ganz deutlich gezeigt. Im Verlauf der Kampagne hat sich unter den Ehrenamtlichen eine echte Schneeballwirkung entfaltet, die immer neue Ehrenamtliche in den Bann gezogen hat und so einen Beitrag zur Wiederbelebung der Parteistrukturen geleistet hat. Zweifelsfrei ist dieser Faktor nicht einfach zu messen, aber interne Evaluierungen im Wahlkampfteam könnten Aufschluss darüber geben, welchen Beitrag diese Form der Einbindung von Ehrenamtlichen langfristig für die Stärkung der lokalen Parteistruktur leisten könnte.

In Deutschland haben wir gerade erst begonnen, die Potenziale zu heben, die die Besuche an den Haustüren bieten. Erfolgsgeschichten wie der Oberbürgermeisterwahlkampf in Ludwigshafen zeigen schon heute, was mit systematischen Haustürbesuchen möglich ist. Ein Blick in die USA zeigt aber auch, dass das nur der Anfang ist, wenn man bereit ist die Professionalisierung des Instruments voranzutreiben. Mit professionalisierten Haustürbesuchen – auch außerhalb von Wahlkampfzeiten – werden wir die darin noch schlummernden Potenziale heben können und sehr wahrscheinlich schon bald über Ludwigshafen hinaus stärkere und langfristigere Mobilisierungswirkungen messen können.



AutorInnen

Daniela Hohmann
Daniela Hohmann leitet den Bereich Mobilisierung, Analyse und Wahlen bei der SPD Rheinland-Pfalz und promoviert im Bereich der Wahlforschung.

Auf Twitter: @DanielaHohmann








Daniel Stich
Daniel Stich ist Generalsekretär und 
Landesgeschäftsführer der SPD Rheinland-Pfalz.

Auf Twitter: @D_Stich
 





Johannes Hillje
Johannes Hillje ist Politik- und Kommunikationsberater in Berlin und Associate von LMP in Deutschland. 

Auf Twitter:
@JHillje









Guillaume Liegey
Guillaume Liegey ist Mitgründer und CEO von LMP (Liegey Muller Pons), ein führendes europäisches Kampagnentechnologie-Unternehmen, das Büros in Berlin, London und Paris hat und u.a. für Emmanuel Macron’s Bewegung „En Marche!“ arbeitet.

Auf Twitter: @guillaumeliegey